Auch nach Dementi via Südkurier: Rolle der Wobak bei Security-Finanzierung bleibt unklar

Autor | 14. Juni 2014

Der Südkurier berichtete am 12. Juni über den Einsatz eines Sicherheitsdienstes am Herosé-Park und stellt dabei schon im ersten Satz klar: „Die Wohnungsbaugesellschaft Wobak beteiligt sich nicht an den Kosten für die Security im Stadtteil Petershausen“. Danach hatte nämlich die Linke Liste Konstanz in einer Pressemitteilung Ende Mai gefragt, nachdem einem Polizeibericht zu entnehmen war, die dortigen Sicherheitskräfte seien im Auftrag der Wobak unterwegs gewesen. Wir hakten deswegen bei der Wobak nach. Deren Geschäftsführer Ruess teilte uns mit, die Gesellschaft sei am Seerhein zwar als Verwalterin tätig, finanziere die Security aber nicht mit. Bei weiteren Recherchen stießen wir dann aber auf die Website der Eigentümer, in deren Auftrag die Security tätig ist. Dort war unter der Rubrik „Aus dem Verwaltungsbeirat“ eine E-Mail des Beiratsvorsitzenden Dr. Millauer vom 2.8.2012 veröffentlicht, in der dieser sich zum Thema „Sicherheitsdienst“ äußerte. Darin hieß es damals unmißverständlich: „Liebe Mitbewohner, wir konnten – die Verwaltungsbeiräte HG1, HG2 und HG3 – bei der BHS bzw. Wobak errreichen, dass sich auch die Wobak für HG4 an der Kosten des Sicherheitsdienstes beteiligt und somit eine erweiterte Präsenzzeit des Sicherheitsdienstes diesen Sommer gewährleistet wird (bei gleichen Kosten).“

Dieses Zitat haben wir, wie man das heutzutage eben so macht, per Copy-and-Paste exzerpiert, es kann also keinen Zweifel daran geben, dass es so im Netz stand. Umso größer unser Erstaunen, als wir die entsprechende Passage nun noch einmal durchgelesen haben. Auf wundersame Weise ist plötzlich der Hinweis auf die Wobak als finanziell Beteiligte aus dem Text verschwunden. Das musste wohl sein, damit sich Millauer im Südkurier mit der Äußerung zitieren lassen konnte, „diese Aussage stimmt nicht“. Oder geht die „Änderung“ auf die Kappe der Wobak, um aus der Schusslinie zu kommen?

Angesichts dieses offenkundigen Vertuschungsversuchs stellt sich für uns die Frage nur um so drängender: Sind Mittel der städtischen Wohnungsbaugesellschaft in die Finanzierung des Sicherheitsdienstes am Seerhein geflossen bzw. fließen immer noch, Ja oder Nein? Wir werden nicht locker lassen und auch den Oberbürgermeister als Aufsichtsratsvorsitzenden damit konfrontieren. Denn hier handelt es sich um die wichtige Frage, ob private Sicherheitsunternehmen mit städtischem Geld im öffentlichen Raum eingesetzt werden dürfen. Mit der Linken Liste wird es das nicht geben, auch nicht durch die Hintertür.

Übrigens: Hinweise auf eine finanzielle Beteiligung der Wobak an der Security lassen sich auch jetzt noch an anderer Stelle auf der „Stadt-am-Seerhein“-Website finden: „Tatsache ist und bleibt, dass sich die Situation am Seerein beruhigt hat und zwar zeitgleich mit dem Einsatz des Sicherheitsdienstes, der von allen Eigentümergemeinschaften  und der WOBAK/BHS getragen wird“, heißt es in einem Bericht aus dem Jahr 2011 (http://www.am-seerhein.net/news/am-seerhein-archiv/). Aber machen Sie schnell, wenn Sie das Zitat überprüfen wollen, wer weiß, wie lange es noch so da stehenbleibt. Wir machen jedenfalls zur Sicherheit einen Screenshot der Seite.

Jürgen Geiger

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