Eine Welt ohne Armut …

Autor | 30. Juli 2018

… ist eine schöne Vorstellung und eine große Herausforderung. Betteln wäre zum Beispiel in einer sozial gerechten Gesellschaft überflüssig. Die Realität sieht anders aus, auch in Konstanz: Auf der letzten Gemeinderatssitzung fragte die LLK nach dem Verbot des „aggressiven Bettelns“, das die Stadt seit 2017 v. a. mit Hilfe des kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) umsetzt. Laut Bürgeramtsleiterin sind körpernahes Ansprechen, Versperren des Weges und die Instrumentalisierung von Kindern beim Betteln verboten. Bisher wurden 154 Fälle geahndet, entweder durch Beschlagnahme des Geldes oder Bußgelder bis zu 150 €. 2018 wurden drei Lager aufgelöst, den Betroffenen lässt der KOD einen Tag Zeit, sich auf die Räumung vorzubereiten. Die Stadt rechtfertigt das rüde Vorgehen mit der Behauptung, es gebe kriminelle ausländische „Bettelbanden“, wofür es allerdings nur Indizien gibt. Das wirkliche Ziel ist, diese Menschen zu vertreiben, weil sie das Scheinbild einer heilen Konsumwelt stören. Kommunale Aufgabe wäre, den Betroffenen zu helfen, etwa durch StreetworkerInnen und konkrete Hilfsangebote für menschenwürdige Unterkünfte oder gegen ausbeuterische Abhängigkeiten. Die Armut bekämpfen, nicht die Armen – ein erster, kleiner Schritt zu einer humaneren Welt. Siehe oben.

Auch im  Amtsblatt Konstanz vom 25. Juli 2018 erschienen (Foto: Pixabay)

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