Kultur ist kein Luxus

Freiräume für kulturelle Aktivitäten schaffen

In den zurückliegenden Jahren hat sich in der Konstanzer Kulturszene einiges getan. Die Gelder, die für das kulturelle Leben in der Stadt ausgegeben werden, sind in der Regel gut angelegt. Stadttheater, Musikschule, Philharmonie, Museen – um nur einige Institu­tionen der „Hoch“kultur zu nennen – gehören längst zur Grundversorgung und haben weit über den Landkreis hinaus einen exzellenten Ruf. Zwar wirkt die Misswirtschaft bei der Philharmonie noch nach, aber die neue Geschäftsführung ist glaubhaft darum be­müht, die aufgelaufenen Schulden abzubauen und neue Wege zu betreten.

Für die LINKE LISTE Konstanz ist die Teilhabe am kultu­rellen Geschehen für alle BürgerInnen ein Grundstein ihrer Politik. Daher haben wir uns seit jeher gegen zahl­reiche Widerstände dafür eingesetzt, auch sozial be­nachteiligten und finanziell schwachen BürgerInnen den Zugang zu kulturellen Veranstaltungen zu ermögli­chen. Unsere Vorstöße in dieser Richtung hatten schließlich Erfolg: Menschen, die Arbeitslosengeld, Wohngeld oder Sozialhilfe erhalten, können die Vorteile des Sozialpasses nutzen. Sie erhalten vergünstigte Ta­rife in Frei- und Hallenbädern, bei der Volkshochschule, in Museen, bei der Philharmonie oder im Stadttheater. Dazu gibt es einen ermäßigten Jahresbeitrag bei der Stadtbücherei, und für Kinder werden die Vereinsbei­träge und die Beiträge für die Musikschule bis zu 80 Prozent übernommen. Diese Regelungen gelten übri­gens auch für BezieherInnen von Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.

Auch die oft als „alternative“ Kulturbetriebe bezeichne­ten Institutionen in unserer Stadt wie K9, Zebrakino, Kulturladen, Zimmertheater oder Contrast haben sich etabliert und werden finanziell immer besser abgesi­chert. Sie können sich weiterhin auf unsere Unterstützung und Solidarität verlassen. In letzter Zeit mehr­fach erhobene Forderungen, das Kulturleben dem Ge­setz des Marktes zu überlassen und die Subventionen zu streichen, weisen wir entschieden zurück. Die öf­fentliche Hand steht für uns in der Pflicht, die kulturel­len Einrichtungen zu erhalten.

Einige Ewiggestrige wollen übrigens erneut einen An­lauf für das durch die BürgerInnen bereits zweimal ab­geschmetterte Konzert- und Kongresshaus nehmen. Dem treten wir entschieden entgegen. 30, 50, 70 oder gar 100 Millionen Euro für ein Prestigeprojekt, das nie­mand braucht, wären für die kulturelle Vielfalt in Kon­stanz existenzbedrohend!

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on LinkedInShare on Google+

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.