Flüchtlingsfeindlicher Brandanschlag nun auch am Bodensee

Autor | 30. September 2015

Erneut hat es einen Anschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft gegeben, diesmal in unserer unmittelbaren Nachbarschaft. In der Gemeinde Oberteuringen, wenige Kilometer von Friedrichshafen entfernt gelegen, richtete ein Feuer schwere Schäden an einem Gebäude an, das als Erstunterkunft für Geflüchtete vorgesehen ist. Laut Medienberichten vom Dienstag schlossen die Ermittler des Landeskriminalamtes eine technische Ursache aus, für die Experten handelt es sich mittlerweile um Brandstiftung. Inzwischen ermittelt auch die zuständige Staatsanwaltschaft in Konstanz in dem Fall.

Annette Groth, LINKE-Bundestagsabgeordnete aus dem Bodenseekreis, und der Friedrichshafener Landtagskandidat der Partei, Roberto Salerno, forderten in einer gemeinsamen Stellungnahme Konsequenzen aus dieser erneuten fremdenfeindlichen Straftat.

„Nach den rechtsradikalen Schmierereien der letzten Wochen hat jetzt erstmals auch ein Brandanschlag auf ein geplantes Flüchtlingsheim im Bodenseekreis stattgefunden“, schreiben die Linken-Politiker. Die Umstände und das Vorgehen legten einen fremdenfeindlichen Hintergrund sehr nahe. „Das Feuer brach in der Nacht nach einer Bürgerversammlung aus und folgt dem perfiden Muster fast aller bisherigen Anschläge: Mit dem ‚Abfackeln‘ einer im Bau bzw. in Renovierung befindlichen Einrichtung soll der Zuzug von Flüchtlingen unmöglich gemacht werden und die Angst der Bevölkerung vor weiteren Anschlägen geschürt werden. Mit der Vernichtung von ca. 50 dringend benötigten Aufnahmeplätzen und einem erheblichen Sachschaden von 20.000 € soll die Flüchtlingsunterbringung prinzipiell als zu teuer und nicht tragbar für den ‚Steuerzahler‘ diffamiert werden.

Geistige und praktische Brandstifter setzen alles daran, dass die ‚Stimmung‘ endlich ‚kippt‘ und Flüchtlinge im Bodenseekreis und anderswo keine Sicherheit und menschenwürdige Bleibe mehr finden.

Dieser Strategie können nicht allein die vielen engagierten Ehrenamtlichen mit ihrer tagtäglich praktizierten ‚Willkommenskultur‘ entgegentreten, auch die staatlichen Stellen müssen endlich vorausschauend geplante Flüchtlingsunterkünfte, Flüchtlinge und Anwohner schützen und klare Worte gegen jegliche fremdenfeindlichen Äußerungen finden. Eine Strafverfolgung und drastische Strafen für Brandstifter sind ebenfalls unerlässlich!“ – red
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