Solidarität mit den Familien Kazimov und Selimi

Autor | 29. Mai 2015

Flüchtlingskinder-SteinstrasseIm Lauf der nächsten Woche müssen zwei Roma-Familien Konstanz verlassen, die in unserem Land Schutz vor der vielfältigen Diskriminierung gesucht haben, denen sie in ihrer Heimat ausgesetzt sind. Für die grün-rote Landesregierung, die mit der Behauptung hausieren geht, Humanität habe Vorrang, zählt das alles nicht. Wie vielen anderen Flüchtlingen vom Balkan hat sie den Familien nur die Wahl gelassen, “freiwillig” auszureisen, oder polizeilich abgeschoben zu werden. Noch nicht einmal den kleinen Aufschub hat man ihnen gewährt, der es den sieben betroffenen Kindern ermöglicht hätte, das Schuljahr abzuschließen. Die Unterstützer_innen der Familien rufen nun für den kommenden Montag zu einer Solidaritätsaktion mit den Betroffenen auf, bei der auch Spenden gesammelt werden sollen. Der Aufruf:

WORTLAUT | Zeigt den Familien Kazimov und Selimi direkt und persönlich Eure Solidarität und Euer Mitgefühl. Kommt zur Spendenübergabe und zum Pressefoto am Montag, 1. Juni, 19 Uhr, Sammelunterkunft Steinstraße, Konstanz

Viele Menschen in Konstanz unterstützen die Kinder der Familien Selimi aus Serbien und Kazimov aus Mazedonien, denen nun die Abschiebung angedroht wird, wenn sie bis Ende Mai Deutschland nicht verlassen haben http://abschiebestoppkn.blogsport.de/.

Zuletzt setzte sich der Runde Tisch zur Begleitung von Flüchtlingen in Konstanz und die Landtagsabgeordneten Lehmann (Grüne) und Storz (SPD), die Bundestagsabgeordnete Groth (Linke) sowie der Flüchtlingsrat Baden-Württemberg für ein Bleiberecht bis Schuljahresende ein. Das Innenministerium Baden-Württemberg zeigt sich jedoch entgegen seiner eigenen Leitlinien kompromisslos, herz- und erbarmungslos.

Nun müssen die Konstanzer Familien in den nächsten Tagen ausreisen, um einer traumatisierenden polizeilichen Abschiebung bei Nacht zu entgehen. Die Familien stimmten bereits einer Ausreise zu Schuljahrsende zu. Nicht einmal diese kleine Geste der Humanität hat das offizielle Baden-Württemberg für Roma-Flüchtlinge und die Kinder der Familien übrig.

Ihre Armut und Flucht ist Ausdruck von vielfacher Diskriminierung einer Opfergruppe des Nationalsozialismus bis heute. Wer keinen Zugang zum Arbeitsmarkt und zu Bildung sowie zu Sozial- und Gesundheitsversorgung hat, ist eben auch bitterarm. Vielfache und systematische Diskriminierungen in dieser Form handeln sich um Verfolgung und damit um einen Asylgrund im besten Sinne des Grundgesetzes. Ihre Fluchtgründe sind nicht „offensichtlich unbegründet“, sondern offensichtlich. Die Roma-Familien sind politisch und wirtschaftlich aber nicht erwünscht.

Die Konstanzer Familien sind in ihren Herkunftsländern mittel- und obdachlos. Bitte helft mit, damit sie wenigsten in den ersten Tagen in menschenwürdigen Umständen ankommen. Bringt oder gebt Eure Geldspenden einfach mit. Spendenbescheinigungen sind auf Nachfrage möglich.

Kommt zahlreich zur Spendenübergabe am Montag, 1. Juni 2015, 19 Uhr, Sammelunterkunft Steinstraße 20, Konstanz. Mit Pressefoto mit den Familien. Ihr zeigt damit auch den Familien direkt Eure Solidarität und Euer Mitgefühl.

Unterstützt bitte auch die Online-Petition und den Offenen Brief an Innenminister Gall https://www.openpetition.de/… des Projektes „Balu und Du“ an der Universität Konstanz.

Kommt oder verschenkt Eintrittskarten für das Benefizkonzert der Familien Kazimov und Selimi: Konstanz, Sonntag, 12. Juli 2015, 20 Uhr, Kulturzentrum K9: Benefizkonzert von Serenat Ezgican Akkurt (Weltmusik): “Keine Abschiebung in die Obdachlosigkeit von zwei Konstanzer Roma-Familien”.
Veranstalter: Café Mondial, AK Roma-Solidarität im Landkreis Konstanz, Aktionsbündnis Abschiebestopp Konstanz, Flüchtlingsrat Baden-Württemberg, esPRESSo und Kulturzentrum K9. Vorverkauf: K9, Buchladen Zur Schwarzen Geiss und Café Mondial.

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