Fürsorge und Würde im Alter

Von | 11. Juli 2026

Eine Gruppe, die besonderer Zuwendung bedarf, sind die älteren Menschen. Der aktuelle Bericht der Altenhilfe der Stadt zeigt auf, wie sich deren Bedarfe in den nächsten Jahren entwickeln werden.

Bis 2035 steigt die Zahl der Über-65-Jährigen sprunghaft an, und mit ihr auch die Zahl der pflegebedürftigen Älteren. Die meisten dieser Menschen wollen, solange es irgend geht, zuhause versorgt werden, aber der ambulanten Altenhilfe fehlen zunehmend Fachkräfte, die in Konstanz keinen bezahlbaren Wohnraum und zu wenig Kinderbetreuungsplätze finden.

Die Altenhilfe rechnet für die nächsten Jahre auch mit einem steigenden Mangel an Dauerpflegeplätzen. Die Zahl soll von derzeit 100 fehlenden Plätzen bis 2030 auf 149 steigen und erst bis 2035 auf „nur“ noch 79 fehlende Plätze sinken (bei dann insgesamt 924 benötigten Plätzen). Ähnlich schlecht ist es um die Tagespflege bestellt: Während in den Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg im Schnitt 4,2 Tagespflegeplätze je 1.000 Einwohner:innen ab 65 Jahre zur Verfügung stehen, sind dies in Konstanz nur 2,5 Plätze. Neue Plätze sind im Marienhaus und auf dem Hafner zwar geplant, aber Konstanz wird auch dann mit 3,4 Plätzen je 1.000 Einwohner:innen weiter unter dem heutigen Landesdurchschnitt liegen.

Dies sind nur einige Zahlen, die das Ausmaß eines wachsenden gesamtgesellschaftlichen Problems erahnen lassen, für dessen Lösung nicht zuletzt die Stadt zuständig ist. Der Verweis auf – mehr oder weniger von Freiwilligkeit getragene – „solidarische Netzwerke“, die im Entstehen begriffen seien, bietet keinen im Pflegefall verlässlichen Lösungsweg an. Es muss vielmehr ausreichend professionelle Hilfe geben. Wir von der LLK werden alle Maßnahmen der Stadt, die Lage bedürftiger älterer Menschen zu verbessern, unterstützen – und uns zugleich gegen jeden weiteren Sozialabbau wenden.

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