Alle Jahre wieder …

Autor | 15. November 2025

Mit zunehmender Dunkelheit beginnt alle Jahre wieder die ganz große Einkaufzeit in unserer durch ihre attraktive Grenzlage zur Schweiz begünstigten Stadt. Auch der allseits beliebte Weihnachtsmarkt ist dann ein echter Magnet für viele Menschen aus nah und fern. Das bedeutet natürlich auch ganz erhebliche Belastungen für das Konstanzer Straßennetz, denn vor allem an Samstagen geht auf Rheinbrücke, Laube und Bodanstraße buchstäblich nichts mehr voran.

Neben jenen Besucher:innen, die mit Zug, Bus und Schiff anreisen, drängen im Advent wahre Automassen in die Innenstadt. Die aufopferungsvollen Verkehrskadett:innen haben dann inmitten gesundheitsschädlicher Abgaswolken alle Hände voll zu tun, um die Autoströme wie von Zauberhand so zu kanalisieren, dass der Verkehr nicht vollends zusammenbricht.

Dass sich die Stadtverwaltung für dieses manuelle „Verkehrsmanagement“ jetzt zusätzlich noch einmal 200.000 Euro für den Haushalt 2025 genehmigen lassen will, weil die geplanten Mittel bereits im Mai verbraucht waren, beweist einerseits ihre Voraussicht.

Andererseits sind die auf 500.000 Euro steigenden Kosten für diese Notlösung aber ein trauriger Beweis für eine verfehlte Verkehrspolitik. Durch den Einsatz der verdienstvollen Verkehrskadett:innen wird der motorisierte Individualverkehr leider um kein einziges Auto reduziert. Statt wenigstens an den Einkaufstagen vor Weihnachten den Busverkehr kostenlos zu machen oder nach dem Vorbild einiger Nachbarstädte wie Radolfzell und Kreuzlingen endlich ganzjährig das 1-Euro-Ticket einzuführen, hält die Verwaltung trotz aller Lippenbekenntnisse weiterhin an der Vorherrschaft des Autos fest und versucht zu retten, was – auch angesichts des ausgedünnten Busfahrplans – eigentlich nicht mehr zu retten ist: Die weitgehend autogerechte Innenstadt.

Das halten wir von der LLK für den falschen Weg.

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