
In der Gemeinderatssitzung am 11. Dezember 2025 ergriff LLK-Stadtrat Holger Reile das Wort zum Wirtschaftsplan 2026 des Bodenseeforums und geißelte die weiterhin immensen Zuschüsse für das Veranstaltungshaus.
Herr Oberbürgermeister, Kolleginnen und Kollegen, Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt,
eigentlich bin ich diese Diskussion allmählich leid, gestatten Sie mir in gebotener Kürze trotzdem einige Anmerkungen zum Thema.
Es ist hinlänglich bekannt, dass meine Fraktion schon seit Jahren fordert, das Bodenseeforum nicht weiter mit Steuergeldern zu füttern und auch immer entsprechend abgestimmt hat.
Und das aus gutem Grund, denn rund 2,5 Millionen Euro sind in der Regel Jahr für Jahr fällig, um das umstrittene Projekt künstlich am Leben zu halten.
Wir haben von Anfang vor dieser Geldverbrennung gewarnt, aber das hat eine große Mehrheit dieses Gremiums leider nicht interessiert. Und so nimmt das finanzielle Desaster eben weiter seinen Lauf – Tag für Tag, Monat für Monat, Jahr für Jahr.
Dies ist, das möchte ich ausdrücklich betonen, natürlich nicht die Schuld der Beschäftigten, die ihr Bestes tun, das steht außer Zweifel.
Nun aber liegt uns der Wirtschaftsplan für 2026 vor und zu lesen ist – Kinderüberraschung – darin genau das, was uns ebenfalls schon seit Jahren gebetsmühlenartig unter die Nase gehalten wird. Das Bodenseeforum laufe gut, würde wunderbar gebucht, habe sich weit über unsere Grenzen hinaus einen glänzenden Namen gemacht und das Haus sei, Zitat „in der Stadt verankert“. Lautes Pfeifen in einem ziemlich dunklen Wald, denn die meisten hier in diesem Ratssaal wollen offensichtlich immer noch nicht davon ablassen, unserer Bürgerschaft Sand in die Augen zu streuen. Und das zu einer Zeit, in der Sparen zum obersten Prinzip erklärt wird.
Aber ich vermute – anstatt das Bodenseeforum endlich ernsthaft auf den Prüfstand zu stellen – und zumindest den städtischen Zuschuss deutlich zu kürzen – vergreift man sich lieber an anderen Institutionen in unserer Stadt, die einen hohen Stellenwert haben. Das Theater beispielsweise muss zumindest um eine seiner Spielstätten fürchten und unsere Philharmonie – machen wir uns nichts vor – wird sogar grundsätzlich mehr denn je in Frage gestellt. Ausgang ungewiss.
Die Erfahrung zeigt außerdem: Greift der Sparzwang und werden Gelder gekürzt oder sogar gänzlich gestrichen, trifft es in der Regel vor allem auch Angebote aus den Bereichen Kultur, Bildung und Sport – Angebote, die aber unserer Meinung nach zur Grundversorgung gehören und unverzichtbare Eckpfeiler unserer Stadtgesellschaft sind.
Zum Schluss möchte ich noch anmerken, weil viele in unserer Stadt die Zahlen gar nicht kennen: Bislang hat das Bodenseeforum summa summarum weit über 30 Millionen Euro gekostet. Und somit stellt sich erneut die klare Frage: Wollen – und vor allem können – wir uns das noch leisten?
Unsere Antwort auf diese Frage ist ein deutliches Nein.
