
Bei der Gemeinderatssitzung am 20.11. stand auch der neue Busfahrplan zur Debatte. Für die Linke Liste Konstanz ergriff Holger Reile das Wort.
In den vergangenen Wochen erreichten uns alle aus der Bürgerschaft viele kritische Anmerkungen zu den Fahrplanänderungen unserer Busse, und das durchaus zu Recht. Der Unmut ist groß über diesen Fahrplanwechsel, er kommt aus den Schulen, von der Universität und der dortigen Studierendenschaft – auch viele Ältere und Mobilitätseingeschränkte beschweren sich über nun längere Fußwege und schlechter gewordene Anbindungen.
Das müssen wir ernst nehmen und uns nochmal gründlich damit beschäftigen, denn der Vorwurf, wir hätten im Vorfeld die Betroffenen nicht frühzeitig ausreichend informiert und mitgenommen, ist nicht von der Hand zu weisen. Aber wie wir heute wissen, soll die Problematik ja am 2. Dezember öffentlich im Technischen und Umweltausschuss diskutiert werden.
Vorab schon mal ein Vorschlag für die Finanzierung des Busverkehrs: Für das in Teilen umstrittene Projekt Smart Green City wird viel Geld ausgegeben. Da kann man gehörig abspecken und die Gelder für einen verbesserten ÖPNV verwenden.
Quasi als Leitfaden bis zur Diskussion im TUA könnte eine Bemerkung des Elternbeiratsvorsitzenden des Ellenrieder-Gymnasiums dienen. Er schrieb sinngemäß, es gehe um Lösungen. Und wenn Beschlüsse angepasst werden müssten, zeige das Größe – und sei eben keine Niederlage. Unsere Kinder, schreibt er weiter, dürften nicht die Leidtragenden eines schlecht abgestimmten Fahrplans sein. Das können wir nur unterschreiben.
Man könnte auch wieder mal anmerken, dass wer A sagt, nicht B sagen muss, wenn er einsieht, dass A falsch war. Niemand hindert uns daran, über Nacht klüger zu werden. So gesehen ist die Kritik am geänderten Fahrplan nicht nur nachvollziehbar, sondern vielmehr Ausdruck eines bürgerschaftlichen Engagements, wofür wir dankbar sein sollten. Gerne mehr davon.
Schlussendlich möchte ich noch hinzufügen, was meine Fraktion schon seit Jahren rügt: Mit der angeblich gewünschten Verkehrswende wird das nichts, wenn wir trotz eines ausgedünnten Fahrplans ständig die Buspreise erhöhen – während Städte in unserer Nachbarschaft längst das 1-Euro-Ticket anbieten, und das durchaus erfolgreich ist und daher zur Nachahmung empfohlen wird. In diesem Sinne – besten Dank für den konstruktiven Widerstand.
Bei der Diskussion über die Fahrplanänderungen waren viele BürgerInnen im Ratssaal. Am 2.12. wird im Technischen und Umweltausschuss (TUA) detailliert debattiert und um Lösungen gerungen.
