Bei der Debatte im Gemeinderat über die Beschaffung von Containern für Konstanzer Schulen begründete Wolfgang Moßmann gestern das Abstimmungsverhalten der LLK.
Herr Oberbürgermeister, Kolleginnen und Kollegen, liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, wir haben ja schon im Dezember einen Beschlussvorschlag zur Schulentwicklung verabschiedet. Der vorliegende Beschlussvorschlag ist die logische Konsequenz daraus. So weit, so gut. Ich will hier nicht auf die Qualität des Unterrichts in Container eingehen, sicherlich hat sich da einiges verbessert.
Dennoch bleiben Container, auch modulare, ein Provisorium. In diesem Fall soll das Provisorium über 8 Jahre lang Bestand haben. Das bedeutet für die betroffenen Klassen und die Stadt
– beengte Verhältnisse durch kleinere und niedrigere Räume
– weniger Platz für Gruppenarbeit und Bewegung
– im Sommer oft unerträgliche Hitze
– mehr Lärm, man hört Regen, Wind oder Nachbarklassen
– zusätzlich eine Million Euro im Jahr an Kosten.
Doch – und das ist in meinen Augen schlimmer – liegen dieser Beschlussvorlage Versäumnisse zugrunde. Seit Jahren ist die Situation an den Konstanzer Schulen im Bereich Instandhaltung und Unterhalt mehr als angespannt, wie wir im letzten Jahr bei einer Besichtigung verschiedener Schulen vor Ort erfahren mussten.
Es ist eigentlich unglaublich, unter welch schwierigen Bedingungen der Unterricht vielfach stattfindet. Container sind nicht benutzbar, Aufenthaltsräume überfüllt, in der Schulkantine kann nur zeitlich gestaffelt gegessen werden.
Deshalb ist es unbegreiflich, weshalb längst erforderliche Baumaßnahmen nicht eingeleitet und umgesetzt wurden. Ich rede da nicht von Instandhaltung oder Brandschutzmaßnahmen, sondern von Anbauten, Erweiterungen und Grundsanierungen.
An der Berchenschule ist dies längst überfällig und es stellt sich die Frage, weshalb das nicht spätestens in den Haushalt 25/26 aufgenommen wurde. Ein Wunder ist das allerdings nicht, denn es gibt bisher noch nicht einmal einen ordentlichen Ablauf zur Ermittlung der Bedarfe der Schulen und deren Übermittlung an die Verwaltung und letztlich auch den Gemeinderat.
Container sind wie gesagt in unseren Augen nur Notlösungen und als Klassenräume kaum geeignet. Dennoch bleibt uns angesichts der gegenwärtigen Situation keine andere Wahl, als ihrer Aufstellung zuzustimmen.
24. April 2026

