Mehr Abstellmöglichkeiten – für Fahrräder

Autor | 20. September 2025
Baustelle am Bahnhof Petershausen

Am Bahnhof Petershausen beginnen die Bauarbeiten für ein neues Radhaus mit 40 gesicherten Stellplätzen, am Hauptbahnhof soll in ein paar Jahren ein großes, zentrales Fahrradparkhaus für ca. 750 Räder entstehen. Beide Einrichtungen sind wichtige Schritte zum klima- und menschenfreundlichen Umbau unserer innerstädtischen Verkehrssysteme. Sie kommen zudem auch Fußgänger:innen und mobilitätseingeschränkten Menschen zugute, für die notgedrungen auf den Gehwegen abgestellte Fahrräder oft hinderlich sind.

Erstaunlicherweise stoßen diese Bauvorhaben nicht überall auf Zustimmung. Autofahrende Mitmenschen beklagen die angebliche einseitige Bevorzugung der Radelnden, und es wird die Forderung erhoben, Abstellplätze für Fahrräder müssten „kostenneutral“ gestaltet werden. Das heißt, die Preise für das Fahrradparken in diesen Häusern sollten so hoch sein, dass sie die Kosten zumindest für den laufenden Betrieb decken.

Wer solche Forderungen erhebt, übersieht etwas: Unsere Innenstädte wurden in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg mit hohem finanziellem Aufwand autogerecht umgebaut und dabei teils nachhaltig verschandelt. Eine einseitige Bevorzugung eines Verkehrsmittels gibt es bisher ausschließlich für den motorisierten Verkehr. Dass die Allgemeinheit die Milliarden für die direkten Kosten des Autos (Verkehrswege) ebenso wie für die indirekten Kosten (Mief, Klimabelastungen, Tote und Schwerverletzte, Landschaftsverbrauch, gesundheitsschädlicher Lärm) trägt, wird dabei gern verschwiegen. Schätzungen gehen davon aus, dass die öffentlichen Hände jedes Auto mit ca. 5.000,– Euro pro Jahr subventionieren. Angesichts der dringend gebotenen innerstädtischen Verkehrswende hin zum Fuß- und Radverkehr ist jeder für Fahrräder und Fußgänger:innen investierte Euro unserer Meinung nach eine notwendige Zukunftsinvestition.

Ein Kommentar zu “Mehr Abstellmöglichkeiten – für Fahrräder

  1. Jennifer Baker

    This article effectively highlights the unequal financial burden placed on cyclists versus car drivers, demanding fairer city planning. Its a compelling call to action for more bike-friendly infrastructure.schedule 1

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