Heil über die Straße – und lebend wieder zurück

Autor | 10. Mai 2026
Fußgängerin, Radfahrer (Symbolbild)

In absehbarer Zeit soll es endlich die von vielen Konstanzer:innen schon lange geforderte „Fußgänger“ampel am Rheinsteig geben, so dass Menschen diese dichtbefahrene Straße endlich sicher zu Fuß überqueren können, um von der Klostergasse an den Rhein oder vom Wasser in die Niederburg zu gelangen. Auch so manche Radelnde dürften von dieser Lichtsignalanlage als Querungshilfe profitieren.

Die etwa 245.000 Euro, die das kostet, sind gut angelegtes Geld, auch in Zeiten, in denen der Gürtel enger geschnallt werden soll. Angesichts der Tatsache, dass es an Millionen für die Bequemlichkeit des Autoverkehrs nie fehlt – man denke nur an die Kosten für die Verkehrskadett:innen, das Parkhaus Europabrücke und das geplante digitale Verkehrsmanagement – sind die Ausgaben für Fußgänger:innen und Radfahrende viel zu gering. Und das, obwohl sich die Stadt Konstanz Klimaziele gesetzt hat, zu denen eine ganz erhebliche Steigerung des Anteils der nichtmotorisierten Verkehrsmittel am Verkehrsgeschehen einen guten Beitrag leisten könnte. Sie verpesten die Luft nicht, machen keinen Krach, brauchen, verglichen mit motorisierten Verkehrsmitteln, verhältnismäßig wenig Platz – und bringen kaum mal jemanden um.

Ein gutes Angebot steigert auch im Verkehr bekanntlich die Nachfrage, man denke nur an die segensreichen Auswirkungen der Fahrradstraßen und der Fußgänger- und Fahrradbrücke, die auch im internationalen Vergleich sehr stark frequentiert wird. Daher braucht es schnell Lösungen für Problemstellen wie die zu schmalen Fuß- und Radwege etwa eingangs der Spanierstraße oder am Theater. Aber dazu bräuchte es – ähnlich wie am Zähringerplatz – die Bereitschaft, den Autos Platz wegzunehmen, und an dieser Bereitschaft fehlt es noch immer. Schlecht fürs Klima, schlecht für die Menschen in Konstanz.

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