Sommertour in Singen: Linke-Vorsitzender im Gespräch mit Gewerkschaftern

Autor | 15. Juli 2015

Seine politische Sommertour führte Bernd Riexinger am 14. Juli nach Singen. Dort stand für den Linke-Vorsitzenden, der auch als Spitzendandidat der Partei zur Landtagswahl im März antreten wird,  unter anderem ein Treffen mit Gewerkschaftern der IG Metall auf dem Programm. Im Gespräch mit Vertrauensleuten und Betriebsräten großer und mittlerer Unternehmen im Landkreis bestätigte sich die Notwendigkeit der Kampagne “Das muss drin sein”: Leiharbeit, befristete Einstellungen und Werkverträge sind auch in der Metall- und Elektroindustrie der Region ein Riesenproblem.

Der 2. Bevollmächtigte der IGM-Verwaltungsstelle, Raoul Ulbrich, kritisierte neben der ausufernden Leiharbeit insbesondere auch die Praxis der Unternehmensführungen, zunehmend mit dem Abschluss von Werkverträgen zu operieren: Selbst Ingenieure verdienten dann im Vergleich mit Stammmitarbeitern um bis zu 30 Prozent weniger. Betriebsräte und Vertrauensleute unter anderem von Siemens, Georg Fischer und Allweiler beklagten den Druck, der durch Befristung und Leiharbeit auch auf die Stammbelegschaften ausgeübt werde. Gegenwehr sei unter diesen Bedingungen nur schwer zu organisieren.

Der Linke-Vorsitzende verwies darauf, dass der neoliberale Umbau der Gesellschaft dazu geführt habe, dass viele Menschen in prekäre Beschäftigungs- und damit Lebensverhältnisse abgedrängt wurden. Das Beschäftigungswunder, von dem Merkel schwärme, sei damit erkauft, dass mehr als 20 Prozent der Bevölkerung dauerhaft unter Bedingungen leben müsse, die sie von einer Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ausschließe, und das trotz brummender Konjunktur. Schon die nächste Krise, prognostiziert er, wird einen weiteren Schub auslösen, der noch mehr Menschen in prekäre Verhältnisse abdrängt.

Riexinger warb deshalb dafür, dass sich die Gewerkschaften wieder verstärkt in die politischen Auseinandersetzungen um die Gestaltung der Arbeits- und Lebensbedingungen einmischen. Die soziale und kulturelle Ausgrenzung müsse zum gesellschaftlichen Thema gemacht werden. Mit ihrer Kampagne “Das muss drin sein” will die Linke einen Beitrag dazu leisten. Den für den Herbst geplanten Aktionen der IG Metall gegen den Missbrauch von Werkverträgen sagte Bernd Riexinger die Unterstützung der Linkspartei zu, auch der Konstanzer Kreisverband will sich daran beteiligen.

jüg

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