Die Pandemie und die Folgen – Konstanzer Linke diskutierte digital

Autor | 15. April 2020

Am Dienstagabend versammelten sich Mitglieder aus dem Kreisverband Konstanz zum ersten Mal digital, um sich über das Thema “Die LINKE und Corona – Schlussfolgerungen aus der Krise“ auszutauschen. An der anderthalbstündigen Diskussion nahm knapp ein Dutzend Genossinnen und Genossen teil.

Zunächst hielt Kreisvorstandsmitglied Mara Loos fest, welche maroden Stellen des Systems in diesen Zeiten sichtbarer sind als zuvor. Schaut man sich beispielsweise das Pflege- und Gesundheitssystem an, fällt das Ergebnis jahrelangen Sparens ins Auge: Fehlende Reserven. Weder bei Atemschutzmasken, Beatmungsgeräten, Desinfektionsmittel noch bei Betten oder beim Personal. Daher ist es in diesem Bereich wichtig, nicht nur irgendwie durch die Krise zu kommen, sondern den Einstieg in ein langfristig krisenfestes Gesundheitssystem einzuleiten. Für uns kommt es deshalb besonders darauf an, die Pflege wieder in öffentliche Hand zu bringen, um deren Krisenresistenz und Gemeinwohlorientierung sicherstellen zu können.

Aber auch die Lage der Beschäftigten in allen anderen Branchen und die großen Unterschiede zwischen den Lebensverhältnissen wurden bei unserer Betrachtung der schwierigen Bereiche genannt. Aktuell zeigt sich hier besonders deutlich, wie schlechte Bezahlung und fehlende Rücklagemöglichkeiten dazu führen können, dass es diesen Menschen in Krisenzeiten noch schlimmer geht.

In einem zweiten Schritt haben wir uns angeschaut, welche gesellschaftlichen Veränderungen durch die Krise zustande gekommen sind. Wie etwa die Grundrechte eingeschränkt werden und wie weit dabei im Namen des Gesundheitsschutzes gegangen werden darf. Aber auch was die Veränderungen in und für unsere Politik bedeuten. Was gerechtfertigt ist und wo Grenzen zu ziehen sind, darüber entspann sich eine lebhafte Diskussion.

Einige sind wir uns aber darin: Diese Krise darf nicht weiter zum Verhängnis für all diejenigen werden, die es auch davor schon schwerer hatten. Diese Menschen müssen besonders geschützt und abgesichert werden. Und auf europäischer Ebene ist es ausschlaggebend, zu einem „Zusammen“ und einem solidarischen Mit- und Füreinander zurückzukommen. Denn nur so können wir diese Situation gut überstehen.

ml

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