In der Gemeinderatssitzung am 16.12. ging es auch um die Weiterführung oder das Aus für das Programm Smart Green City. Unsere Ablehnung einer Fortsetzung des Projekts begründete Wolfgang Moßmann.
Wir entscheiden heute über ein Programm, das, wie wir heute wissen, nicht hätte begonnen werden dürfen. Initiiert wurde das Projekt 2017 vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB), es sah ein Gesamtbudget von 820 Millionen Euro vor. 15 Millionen Euro Steuergelder standen bzw. stehen dafür allein in Konstanz zur Verfügung. Neben dem Eigenanteil der Stadt in Höhe von circa fünf Millionen Euro waren immerhin Fördergelder von zehn Millionen Euro vorgesehen. Auch Bundes- und Landesmittel sind übrigens Steuergelder, die von den Bürgerinnen und Bürgern aufgebracht werden müssen, das wird bei aller Freude über Fördermittel gern vergessen.
Das Bundesministerium beschrieb seine Absichten so: „Ziel des Förderprogramms ist es einerseits, Kommunen in Deutschland zu befähigen, vielfältige, praktische Lösungspfade zu erkunden, um die Smart-City-Entwicklung in Deutschland bundesweit voranzutreiben. Andererseits geht es darum, die im Rahmen der MPSC (Modellprojekt Smart Cities) entwickelten Lösungen und Maßnahmen sicher, interoperabel und auf andere Kommunen übertragbar zu gestalten.“
Nichts gegen eine zukunftsorientierte Stadtentwicklung, auch auf digitalem Gebiet. Ganz im Gegenteil! Aber was ich hier herauslese, ist die Aufforderung: Machen wir mal irgendwas und schauen wir, was dabei herauskommt. Dies wird von Kritikern auf Bundesebene genauso gesehen: Es fehle an einer klaren, verbindlichen Digitalisierungsstrategie mit eindeutigen Zielen und messbaren Indikatoren. Im Bundestag wurde kritisiert, dass Visionen und konkreter Umsetzungswille zu wenig erkennbar seien, ebenso wie ein Smart-City-Stufenplan und klare Vorgaben zur Weiterentwicklung der Modellprojekte. Soweit zur Lage deutschlandweit. Auch bundesweit steht es nicht besonders gut um das Projekt. Mal ganz zu schweigen davon, dass die 820 Mio. Euro im Sozialen Wohnungsbau besser investiert gewesen wären.
Uns bleibt heute die Wahl zwischen
– Szenario 1: Stopp
– Szenario 2: Kürzen & Wirkung sowie
– Szenario 3: Fortführung ohne Änderung.
Dass der Oberbürgermeister das geschrumpfte Projekt jetzt zur Chefsache erklärt, nützt der Umsetzung in keiner Weise und hat keinerlei Einfluss auf die Qualität der am Ende tatsächlich verwirklichten Teilprojekte.
Einer Weiterführung des Projektes stimmen wir nicht zu.










